CUXHAVEN. Im April führte eine Distriktversammlung die Mitglieder vieler nordwestdeutscher Lions-Clubs an der Elbmündung zusammen. Die wichtige Rolle, die Service-Clubs wie Lions oder Rotary spielen, brachte   Cuxhavens Oberbürgermeister Ulrich Getsch bei einem Empfang für die Lions auf den Punkt: Die Stadt sei dankbar für deren vielfältiges Engagement. „Es ist prägend, dass die, die Verantwortung haben, auch Verantwortung übernehmen.“  Getsch richtete diese Worte am Sonnabend an die rund 100 Teilnehmer der von Distrikt-Governor Helmuth Zander geleiteten Versammlung des Lions-Distrikts Niedersachen-Bremen in den Tagungsräumen der Firma Voco.

Die Stadt Cuxhaven – mit ihren drei eigenen Lions-Clubs und dem Lions Club Land Hadeln in direkter Nachbarschaft  – war am vergangenen Wochenende gewissermaßen zum Zentrum der nordwestdeutschen Lions-Welt geworden. Es ging dabei nicht nur um Austausch, sondern auch um Wahlen und wichtige organisatorische  Fragen für den Distrikt. Gäste der polnischen Lions-Organisation waren dabei. Es ist eine schon lange währende  Freundschaft, die die polnische Lions-Govenerin  Ewa Krystyna Helka als Beitrag zur Völkerverständigung bewertete.

„Lions ist internationale Friedensarbeit“, ergänzte Ralf Gütlein vom Lions Club Alte Liebe in Cuxhaven, der  zum  zweiten Vize-Governor des hiesigen Distrikts gewählt wurde. Gütlein sprach damit den von der Lions-Organisation geförderten  internationalen Jugendaustausch sowie internationale Hilfsprojekte an. Landrat Kai-Uwe Bielefeld hob in seinem Grußwort  die lokale Bedeutung der Service-Clubs und deren „guten Spirit“ hervor.

Der Präsident des Lions Clubs Cuxhaven, Rüdiger Koenemann, sprach die Bandbreite der gemeinnützigen Aktivtäten hier vor Ort an:  Kultur, Bildung, Jugendarbeit oder auch soziale Institutionen sind Bereiche, die von den Lions gefördert werden. In der jüngeren Vergangenheit gehe es den hiesigen Clubs auch verstärkt um den Schutz der Umwelt, wie Koenemann ausführte. Ein anschauliches Beispiel dafür konnten sich die Lions-Delegierten und die anderen Gäste im Foyer von Voco anschauen: Hier präsentierten sich  aktive Naturschützer, die sich engagiert um die Seeadler in Norddeutschland kümmern – ein beispielhaftes Umweltprojekt, das gezielt von den Cuxhavener Lions unterstützt wird.

Als Gastredner auf der Distriktversammlung zeigte  Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, den Lions-Mitgliedern  „Perspektiven für die Region“  auf. Die sind nach Einschätzung des CDU-Politikers gerade für Niedersachsen durchaus  positiv – weil der weltweite Handel und die weltweiten Warenströme weiter steigen werden. Davon profitierten die Hafenstandorte als  „Einfallstore der Globalisierung“. Und Niedersachsen insgesamt profitiere davon, dass alle wichtigen Verkehrsachsen durchs Land führten. Ferlemann hob die Notwendigkeit hervor, Schienen, Autobahnen, Straßen, Häfen und Flughäfen weiter auszubauen. Es sei aber – aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung – immer schwieriger, die großen Vorhaben umzusetzen.

Anders als die Politik haben es die ehrenamtlich tätigen Lions weniger mit  Widerständen  zu tun. Der Erfolg ihrer gemeinnützigen  Arbeit  – ob auf internationaler oder lokaler Ebene – hängt vom persönlichen Engagement der einzelnen Clubs und Mitglieder ab. Und so bot die Distriktversammlung auch die Bühne für die Vergabe von Preisen für solche Lions, die sich mit beispielhaften Aktionen profiliert haben. Ein Integrationspreis ging an eine von Lions unterstützte Initiative in Nienburg/Weser, die Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt. Mit einem  Umweltpreis wurde das besondere Engagement des Lions Clubs Cuxhaven und des LC Stade gewürdigt. (jt/fw)